Dienstag, 1. August 2017

Vielleicht auch nicht

du denkst, es geht dir wieder gut. Du hast ewig nicht an ihn gedacht...

... und dann gehst du (ohne drüber nachzudenken. Ohne Plan. Ohne Hintergedanken. Einfach, weil du nach einem anstrengenden Arbeitstag Lust auf ein Bier hast) in dieses eine Lokal. Und dann ist ER da. Von draußen siehst du zuerst nur seinen Hinterkopf. Seinen Rücken. Erkennst ihn aber sofort. Einen Moment lang freust du dich (warum eigentlich?). Dann schaust du an diesem dir so wohl vertrauten Rücken und Hinterkopf vorbei - und siehst sein Gegenüber. Siehst, wie dieses Gegenüber ihn anstrahlt, auf ihn reagiert; erkennst dich in diesem Gegenüber wieder. Schlimmer noch, du erkennst das Gegenüber wieder!
Und plötzlich fühlst du dich Monate zurückversetzt. Es ist alles wieder da. Alles. Und noch viel mehr. Und irgendwann sieht er dich - und erkennt dich im ersten Moment nicht einmal.

https://www.youtube.com/watch?v=ucOjx01zwrE

Sonntag, 16. Juli 2017

Dinge

die ich nicht so gut kann:

- Beistriche
- in einem britischen Auto den dritten Gang einlegen
- Fenchel
- Schottisch
- richtige Entscheidungen treffen
- Gitarre umspannen
- schlafen
- Konsequenz
- Wut
- Haare

Alive!

https://www.youtube.com/watch?v=GxhaRgJUMl8

Montag, 17. April 2017

Neuer Arbeitstitel

Traurigkeit ist ok, Verzweiflung eher nicht so.

Also: Aufstehen, Krönchen richten, weitermachen. Nach vorne schaun, v.a. nach vorne schaun., nicht zurück, sonst werd ich noch zu Stein.

Mittwoch, 21. Dezember 2016

Schöne neue digitale Welt

Das Schöne am Älterwerden ist ja – zumindest für mich – dass man viele Dinge gelassener nimmt und sich von ihnen nicht mehr so stressen lässt. Eine Ausnahme davon bilden eindeutig Bankgeschäfte, die nach wie vor das Potenzial besitzen, mich in den Wahnsinn zu treiben.
Ich erinnere mich an eine Situation vor ein paar Jahren, als ich wegen einer nigelnagelneuen, aber trotzdem nicht funktionstüchtigen Bankomatkarte zum Geldabheben zum Schalter musste und die nette Bankdame von mir, da das Unterschriftenfeld auf der Karte (noch! Ich erinnere: nigelnagelneue Karte) leer war, einen Ausweis von mir forderte. Der Zufall wollte es, dass der Ausweis ebenfalls noch neu, weil ein Duplikat, war und das Unterschriftenfeld darin deshalb ebenfalls leer. Die Situation hat bei mir zu einem ziemlichen Lachanfall geführt; die Dame am Schalter fand das hingegen nicht allzu witzig und es war wirklich schwierig, sie dazu zu überreden, mir dennoch Geld auszuzahlen. (Der Hinweis darauf, dass die Unterschrift auf der Karte ja quasi mit der in meinem Ausweis identisch sei, ist mir erst viel später eingefallen.)

Heute wars bei der Bank noch lustiger. Ich musste nämlich feststellen, dass man, möchte man bestimmte Dinge erledigen, nicht mehr nur Betrag, Losungswort etc. auf das jeweilige Formular kritzelt, sondern diese (schöne neue digitale Welt olé!) nun mit so einem blöden Stift in so ein blödes Feld auf so einem blöden Tablet eintragen muss.
Tja, wer meine Handschrift kennt, wird sich in etwa vorstellen können, wie die Geschichte ablief. Ich habe tatsächlich fünf (!) Versuche gebraucht, den Betrag so hinzuschreiben, dass der Computer ihn lesen konnte und weitere vier für das Losungswort. Immer schön „positiv“ angeleitet vom netten, süffisant grinsenden Herrn hinter dem Schalter „Was isn das für eine Ziffer? Was, das soll ein Einser sein?! Da müssens aber schon noch ein Hakerl machen. Naa, Sie müssen den Stift schon gerader halten, des wird sonst nix. Ich löschs und Sie probierns neu.“ Ahhgrhhh. Zwischen dem dritten und vierten Versuch hab ich den Herrn dann etwas entnervt gefragt, ob er das nicht für mich machen könnte, wenn er meine Schrift eh lesen könne. Konnte (oder wollte) er natürlich nicht. Immerhin ist ihm kurzfristig sein Lächeln vergangen als ich mich dann mit „Bis morgen, ich komm dann wieder – ich muss das dringend üben!“ verabschiedet hab.

Sonntag, 18. Dezember 2016

...

Sonntagabend beim Greißler ums Eck: Ich kaufe eine Tafel Schokolade und eine Packung Chips. Der Typ nach mir ein Sechsertragerl Bier und eine Packung Kondome. Tja, so bleibt die Welt im Gleichgewicht.

Mittwoch, 2. November 2016

Es lebe der Zentralfriedhof!

Allerheiligen am Zentralfriedhof ist irgendwie eine Mischung aus Kirtag und Schnitzeljagd. Draußen, vor dem Friedhof, von glückselig lächelnden und entspannt wirkenden Menschen umgebene mobile Zuckerwattelangoseisbierundspielzeugstände, drinnen dann wie aufgeschreckt kreuz und quer durch die Gegend laufende Menschen, zumeist in der einen Hand einen Friedshofsplan, in der anderen ein zu einem vollkommen überhöhten Preis erworbenes, trotzdem aber bereits halbverwelktes Blumenarrangement. Nur die wenigsten schaffen es tatsächlich, die Gräber zu finden, die sie besuchen wollen. Die anderen geben früher oder später auf.
Auf den Eckgräbern liegen die meisten Blumen – von jenen hingeworfen, die vor Hunger, Kälte und Verzweiflung zitternd, beschämt, oft dabei vor sich hinweinend den Heimweg angetreten haben. Von jenen schadenfroh beäugt, die es (diesmal!) tatsächlich zu den richtigen Gräbern geschafft haben.

Und weil ich es seit Tagen im Ohr habe: https://www.youtube.com/watch?v=Prloh05Np4U

Hauptsache, die Zeit vergeht

Wie misst man eigentlich die Zeit nach einer Trennung?
Darin, wie viele Staffeln Gilmore Girls man innerhalb einer Woche schauen kann? (Drei!)
Darin, wie lange man es schafft, die Wohnung nicht zu verlassen? (Solange Bier und Schokolade vorhanden sind)

Die letzten Wochen sind in meinem Gedächtnis nur als eine einzige Nebelwolke vorhanden. Es ist unmöglich, einzelne Tage voneinander abzugrenzen. Welcher (Wochen-)Tag ist denn heute eigentlich? Wann habe ich IHN zum letzten Mal gesehen? Wann war ich das letzte Mal draußen? Wann habe ich zum letzten Mal richtig gegessen, wann geduscht, wann mit jemandem gesprochen? Ich weiß es nicht – und es ist mir auch völlig gleichgültig.

Die Morgen und Abende sind am allerschlimmsten. Die Morgen, weil es keinen wirklichen Grund gibt, aufzustehen. Wozu? Nur um darauf zu warten, wieder schlafen zu gehen? (Trennungen an sich sind schon blöd, eine Trennung, während man arbeitslos ist, die schlechteste Idee aller Welten und Zeiten). Die Abende sind schlimm, weil das die Stunden sind, in denen ich mich am einsamsten fühle. In denen ich mich frage, wie es IHM wohl so geht, was ER macht? Ich hoffe, nein, ich wünsche mir, dass es ihm gut, besser (am besten!) geht.
Was tue ich dazwischen? Welche Pläne habe ich? Worauf habe ich Lust? Zwischen Aufstehen und Schlafengehen vergeht die Zeit nicht, die Stunden ziehen sich. Ich muss daran denken, dass meine Oma immer sagt: „Hauptsache, die Zeit vergeht!“ Jetzt verstehe ich, was sie damit meint und wie sie sich wohl fühlen muss. Wie einsam, wie allein. Ich beschließe, sie in Zukunft öfter anzurufen, öfter zu treffen. Bald. Sobald ich selbst wieder zu Kräften gekommen bin.

Von einer Freundin habe ich den Tipp bekommen, eine Liste anzufertigen mit Dingen, die ich immer schon machen wollte, wie verreisen, wandern, einen neuen Sport ausprobieren, auf ein Konzert gehen, ins Theater, ins Museum, und täglich eines dieser Dinge zu machen. Meine Liste ist allerdings immer noch leer, wahrscheinlich sollte man solche eher in Momenten anfertigen, in denen man vor lauter Arbeitfreizeitliebesstess nicht weiß, wo einem der Kopf steht und man sich an bessere Orte träumt. Im Moment träume ich nicht. Ich warte. Ausschließlich. Und dieses Warten ist so kräfteraubend, dass ich keine Energie für andere Dinge besitze. Worauf warte ich eigentlich? Ich warte auf einen Morgen, der besser sein wird, als die letzten (wie viele eigentlich?) es waren. Auf einen, der nicht mehr so grau und trüb sein wird (sind Trennungen im Sommer eigentlich weniger schlimm als im Herbst?). Auf einen, an dem ich Lust habe, rauszugehen, Leute zu treffen, an dem ein Lachen nicht mehr ein Ding der Unmöglichkeit scheint. Ich bin reflektiert und weiß, dass es mir besser ginge, dass ich der Zeit ein Schnippchen schlagen könnte, wenn ich mich ablenkte. Aber im Moment kann ich das noch nicht. Hoffentlich bald. Bis dahin kann ich nur warten, überstehen, aufstehen, schlafen gehen, aufstehen, schlafen gehen, weitermachen, weitermachen.. Tag für Tag für Tag für Tag.

„Eine Trennung ist eine Chance, die wir nie wollten.“ Diesen Satz habe ich vor nicht allzu langer Zeit gelesen. Verstehen tu ich ihn immer noch nicht.

Montag, 26. September 2016

Rätsel

Eines der größten ungelösten Rätsel der Menschheitsgeschichte: Jedes bzw. fast jedes Mal, auf jeden Fall aber in als regelmäßig zu bezeichnenden Abständen, wenn ich, von meinem Haus- und Hofsupermarkt kommend, meinen kleinen zarten Körper (haha) ameisengleich bepackt mit mindestens fünf unterschiedlichen – vollgefüllten – Taschen und Säcken, an der zwischen ebenjenem Supermarkt und meiner Wohnung auf einem sehr schmalen Gehsteigstreifen gelegenen Autobushaltestelle vorbeibewegen möchte, passiert folgendes: Ein Bus kommt wie aus dem Nichts herangerast und bleibt wirklich just in dem Moment, in dem ich mich auf der Höhe des Wartehäuschens, also auf der knappsten Stelle der Haltestelle, befinde, stehen und ich finde mich plötzlich inmitten der aus diesem Bus aus- und in diesen Bus einsteigenden Menschenmassen (da die Haltestelle sich neben einer U-Bahn-Station befindet, handelt es sich bei der Bezeichnung Menschenmassen nicht einmal um eine Übertreibung) gefangen und werde, meine Einkäufe aufs mühsamste jonglierend von diesen in Richtung zum Bus hin und gleichzeitig wieder vom Bus weg, hin und her geschupst und werde so für ein paar Momente am Weitergehen gehindert.
Wenn ich an besagter Busstation ohne Einkäufe vorbeigehe, kommt übrigens nie ein Bus. Und schon gar nicht kommt einer, wenn ich diesen benutzen möchte. Laut Fahrplan fährt der Bus in Achtminutenintervallen. Erklärungen?

Samstag, 18. Juni 2016

Kummer, Kummer, ...

Der Fels

Wenn dir ein Fels vom Herzen fällt,
so fällt er auf den Fuß dir prompt!
So ist es nun mal auf der Welt:
ein Kummer geht, ein Kummer kommt ...

(der wunderbare Heinz Erhardt)

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Vielleicht auch nicht
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Rucola - 1. Aug, 01:57

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